Comedy zum Schwarzärgern

Gestern wechselte ich in einer Werbepause zu »Late Night Berlin«, wo Klaas Winterscheid seine ultradummen Sprüche abließ. Man merkte den Live-Zuschauern an, dass sie sich die Lacher rauszwingen mussten. Aber auch Luke Mockridge und Michael Mittermeier kann ich keine 30 Sekunden ertragen. Sie lösen bei mir einen Notwehr-Schlagreflex aus. Bei „Genial daneben“ frage ich mich, ob das Publikum vorher Tomaten und andere Wurfgeschosse abgeben musste. Kann man Hella von Sinnen ernsthaft als komisch und unterhaltsam einstufen? Oder ist sie eine Art »Quotenlesbe«, mit der die Sender leben müssen?

Es gibt kaum noch Witze über Homosexuelle, es sei denn ein Schwuler macht sich über das Tuntenhafte lustig. Schwarze sind in der Comedy nur vertreten, wenn sie sich über Deutsche lustig machen. Witze über den Islam finden so gut wie gar nicht statt, aber wenn, dann mit Seitenhieben gegen die Alternative für Deutschland. Generell wird man das Gefühl nicht los, dass die Komiker sich dazu verpflichtet haben, Schmähungen über die AfD rauszuhauen oder unverblümt gegen die Alternative zu hetzen. Bei den alljährlichen Büttenreden im Karneval sollte ein „Finderlohn für den Humor“ ausgelobt werden. Die Nachrichten von Öffentlichen Rechtlichen, RTL und SAT.1 sind zwar nicht als Comedy gekennzeichnet, sollten aber beim Comedy-Preis berücksichtigt werden.

Entweder bin ich empfindlicher geworden oder mir ist aufgrund der miesen Bundespolitik das Lachen vergangen. Es könnte aber auch sein, dass die Witze immer flacher wurden, damit auch Gutmenschen sie verstehen.

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Bildquellen

  • Fernseher Müll: Frank Borgmann
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