Die Multi-NSU-Schweigespirale

Nach dem gestrigen Urteil ist keine Seite zufrieden! Alle Interessenvertreter wurden enttäuscht. Ginge es beim NSU-Prozess nicht um Morde, dann wären die 438 Verhandlungstage eine gigantische Lachnummer! Es bleiben einfach zu viele Fragen offen, obwohl es mehrere Ausschüsse und eine fünfjährige Verhandlung gab.

Die Angeklagte hat sich nur zwei Mal vor Gericht geäußert. Man darf/kann/muss davon ausgehen, dass sie Angst vor der Ermordung durch staatliche Bedienstete hat. Beate Zschäpe hat sich zum eigenen Schutz bei der Polizei gemeldet und wurde nicht nach einer Fahndung aufgespürt! Zahlreiche gestorbene Zeugen untermauern die Begründung ihrer Angst vor Ermordung! Dass sie sich ausschweigt, weil sie sich nicht selber belasten will, ist ihr gutes Recht.

Die rechte Szene sieht in dem Urteil des Oberlandesgerichts München einen Skandal, weil sie die Täter eher im osmanischen Raum vermutet. Untermauert wird die Unzufriedenheit durch zahlreiche Unstimmigkeiten, Ungereimtheiten und unglaubliche/angebliche Zufälle. Auf entsprechenden Blogs und bei COMPACT (Sonderheft „NSU: Die Geheimakten“ kam heute bei mir an) gibt es zahlreiche gestellte Fragen, die nicht beantwortet wurden, weil die Staatsanwalt diese Fragen nicht aufnahm. Dabei soll doch die Staatsanwaltschaft angeblich in alle Richtungen ermitteln…

Nach dem Urteil fordern nun auch jene Opferfamilien eine Aufklärung, die zuvor durch eisernes Schweigen auffielen. Gab es für sie zuvor den „Tiefen Staat“ mit türkischen Geheimdienstlern, vor dem sie eine Heidenangst hatten, so wollen sie nun Aufklärung über Verstrickungen des deutschen Staates. Die wahren Täter hätten bereits ermittelt sein können, wenn die Opferfamilien besser mit der Polizei zusammengearbeitet hätten! Stattdessen wurde bei Befragungen gemauert. So handeln keine Trauernden, die ein Interesse an Aufklärung der Taten haben!

Die Mordwaffe stammt vermutlich aus den Beständen der Stasi. Somit besteht auch die Möglichkeit, dass Linke – durch Waffenweitergabe – bei den Morden mitgewirkt haben. Diese Linken wollen aber wissen, inwiefern der Verfassungsschutz rechte Gruppen aufgebaut und unterstützt hat oder es noch immer tut. Während die staatliche Förderung von Linksextremismus (über 100 Millionen Euro jährlich) offenkundig ist, spielt(e) sich die Unterstützung der rechten Szene im Verborgenen ab. Schon alleine zur Bekämpfung Deutschlands, ist den Linken eine Offenlegung dieser Verbindungen eine Herzensangelegenheit. Darum wollen sie das Schweigen des Staates brechen.

Die deutschen Geheimdienste haben in Sachen NSU jede Menge Dreck am Stecken. Akten, die Verstrickungen aufzeigten, wurden vernichtet oder für 120 Jahre gesperrt. Ein Verfassungsschützer soll sogar den NSU gegründet haben. Mehrfach waren deutsche Schlapphüte während der Taten am oder in direkter Nähe vom Tatort. Und obwohl der NSU engmaschig von Geheimdiensten überwacht wurde, sollen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos es geschafft haben, zahlreiche Morde und Raubüberfälle zu begehen. Ein Dutzend überwachende Mitarbeiter bekamen angeblich nicht mit, dass eine aus drei Personen bestehende „Terrororganisation“ Morde und Raubzüge beging? Eigentlich müsste es ein lückenloses Bewegungsprofil von Uwe B. Uwe M und Beate Z. geben. Wenn die Geheimdienste ihr Schweigen brechen würden, dann bekäme Beate Zschäpe einen Freispruch, denn auch die Brandstiftung geschah mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Drängen/Befehl eines Geheimdienstmitarbeiters.

Share This:

Bildquellen

  • NSU Märchenbuch: Frank Borgmann
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Deutschland, Kampf gegen Rechts, Korruption-Vetternwirtschaft abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.