Mohammed wollte nach Hause

Letzten Montag half ein freundlicher Syrer einem Fahrer aus seinem LKW. Mohammed ging davon aus, dass es sich um einen Leih-LKW handele, welcher soeben freigeworden war. Voller Freude über diesen Glücksfall, verwechselte er die Pedale und gab Vollgas, anstatt zu bremsen. So eine Verwechslung passiert mindestens einmal wöchentlich einem Rentner irgendwo in Deutschland. Weil dem so ist, stufen die Öffentlichen-Rechtlichen diesen Parkrempler als regionales Ereignis ein.

Mohammed wollte sich den LKW leihen, hatte seine Fahrt sogar über die Scooter-App angemeldet. Bösartige Rechtspopulisten, Rechtsextremisten und Nazis unterstellen dem hilfsbereiten Syrer nun einen geplanten Terroranschlag. Dabei ist das alles ganz anders:

Mohammed, Metin und Fatih wollten zurück nach Syrien, um dort ihre Heimat wiederaufzubauen. Sie erhielten bereits eine Ausreiseaufforderung. Dieser wollten sie auch schnellstmöglich nachkommen. Weil Mohammed aber keine Drogen mehr verkaufen darf, fehlte ihm das Geld, um mit dem Flugzeug auszureisen. Ähnlich erging es Metin und Fatih, die im Niedrigstlohnsektor die Mainstream-Druckerzeugnisse austragen mussten und deshalb nicht genügend Geld für ihre Heimreise ansparen konnten.

Damit Mohammed, Metin und Fatih auch ihre Familien mitnehmen können, brauchten sie ein größeres Fahrzeug. Ohne feste Sitze, damit jederzeit die Teppiche Richtung Mekka ausgelegt werden können. Ist doch logisch! Metin wollte – als gelernter Innenarchitekt – die Ladefläche vom LKW möblieren. Fatih ist ein Achtsternekoch und sollte für die Bordküche zuständig sein. Alle Möbel und Elektrogeräte sind nagelneu, sollten aber im Auftrag der Flüchtlingsverwaltung vernichtet werden, weil kein Bedarf mehr besteht.

Mohammed tut es ganz dolle leid, dass bei dem Unfall Menschen zu Schaden kamen. Er betet den ganzen Tag für sie, damit sie den Weg zu Allah finden.

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